Québec Calling

Es ist ein sonniger Frühlingstag hier in Bayern. Im Québec hingegen verspricht der Tag zwar auch viel Sonne, jedoch mindestens ebenso viel Schnee. Der kanadische Winter ist nun mal lang und ziemlich kalt.

A propos lang und kalt: Corona hält die ganze Welt nun schon ein Jahr im Schwitzkasten und hat leider den Belgienaustausch verhindert. Damit der sprachliche Zweig der 9Pc trotz aller pandemiebedingter Widrigkeiten dennoch die erworbenen Sprachkenntnisse in der Praxis erproben konnte, wurde kurzerhand im Französischunterricht eine Videokonferenz mit Karolane Coderre organisiert. Karolane lebt und arbeitet in Montréal, der größten Stadt des Québec – dem französischsprachigen Teil Kanadas.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der sich die an das Standardfranzösisch gewöhnten Ohren auf das français québecois erst einmal einstellen mussten, hatten die Schülerinnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. So erfuhr man, dass es durchaus große Ähnlichkeiten zwischen dem bayerischen und dem québecer Gemüt gibt. Auch im Québec braucht es oft einen zweiten Blick, um die Herzlichkeit der dortigen Bevölkerung zu erkennen. Einen wichtigen Teil der bayerischen Lebenskultur kennt man im Québec hingegen nicht: das Wirtshaus. Zwar mangelt es nicht an Restaurants. Man findet im Québec alles, was das Herz begehrt: von europäischer, über asiatischer bis hin zur orientalischen Küche. Vergebens sucht man hingegen ein Gasthaus mit typisch regionaler Küche. So ist es nur allzu verständlich, dass es Karolane bei ihren Besuchen in Bayern vor allem der Biergarten und die dortige Brotzeit angetan haben.

Im Übrigen bestehen zwischen Bayern und dem Québec auch sehr enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen. Über den bayerischen Kreisjugendring kann man beispielsweise an einem zwei- bis dreimonatigen individuellen Schüleraustausch mit dem Québec teilnehmen.