Soirée cinéma – Kino trotz(t) Corona

Verwaiste Museen, geschlossene Theater, leere Kinosäle und abgesagte Veranstaltungen… Kultur hat es im Moment nicht leicht und dabei bereichert sie doch unser Leben so ungemein. Ganz darauf verzichten muss man aber am RTG auch nicht.

Die Klasse 10a trifft sich im Fach Französisch seit Beginn des Lockdowns regelmäßig zu virtuellen Kinoabenden. Gezeigt werden aktuelle Produktionen der in Frankreich so wichtigen Septième Art passend zu den Inhalten des Lehrplans:

Den Auftakt bildet das ebenso packende wie erschütternde Filmdebüt Les Misérables (2019) des Regisseurs Ladj Ly über die immer wieder eskalierende Gewalt zwischen den Jugendlichen der Banlieues und der Polizei.

Deutlich humorvoller ist die Komödie Camping à la ferme, in der sechs kleinkriminelle Jugendliche aus den Pariser Vorstädten Sozialstunden in einem französischen Dorf ableisten müssen und dabei mit der Härte des bäuerlichen Lebens in der France profonde konfrontiert werden.

Einen Ausflug in die frankophone Welt Nordafrikas ermöglicht der Film Parfum de Printemps des tunesischen Regisseurs Férid Boughédir. Boughédir erzählt berührend die Geschichte des arbeitslosen Hochschulabsolventen Aziz, der sich in Tunis mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält, als dort der Arabische Frühling beginnt.

Mindestens ebenso nachdenklich macht einen die Dokumentation Made in France. Der französische Journalist Benjamin Carle versucht darin, unter dem Eindruck der immer stärker werdenden Forderung nach „America/France/Germany etc. first“ zu klären, ob es heutzu­tage überhaupt noch möglich ist, ausschließlich von und mit französischen Produkten und Erzeugnissen zu leben. Ohne die Ergebnisse dieses Experiments vorwegnehmen zu wollen sei angemerkt: Ja – wenn man auf einen Kühlschrank verzichten kann.  

Und wenn wir schon bei „Verzicht“ und „Kühlschrank“ sind… zwar können die französischen Kinoabende zuhause nicht das gleiche Filmerlebnis wie die große Leinwand bieten, aber zumindest die Knabbereien lassen keine Wünsche offen 😉