NS-Zeitzeuge Ernst Grube diskutiert mit Schülern am RTG

Ernst Grube, der im Jahre 1932 geboren wurde, ist einer der letzten Zeitzeugen, der aus seiner Erinnerung über die Vorgänge in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes berichten kann. Am 5.Februar diskutierte er gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler des RTGs über Erlebtes und zog immer wieder auch parallelen zur Gegenwart.

Die für Schüler am Anfang vielleicht noch nicht vorstellbaren Vorgänge ab dem Jahr 1938 stellte er sehr seitlich und eindringlich anhand seiner persönlichen Erlebnisse dar und machte immer wieder deutlich, wie er und andere sich gefühlt haben. Er erläuterte, wie von heute auf morgen die Wohnung der Familie per Verordnung nicht mehr zur Verfügung stand und er im Alter von 6 Jahren -getrennt von seinen Eltern- in einem Kinderheim im Schwabing untergebracht wurde. 

Ganz deutlich sprach er die Angst sowie die Ungewissheit über die Zukunft an, die in täglich begleitet haben. Immer wieder stand die Frage im Raum: "Was passiert nun? Was passiert mit diesen oder jenen Personen? Werde ich den nächsten Tag überhaupt noch erleben?".

Auf die Frage einer Schülerin, ob er das Erlebte jemals vergeben könnte, antwortete Herr Grube mit einem klaren "Nein" und erklärte auch sehr ausführlich warum. Anders sehe er es, wenn es um Versöhnung gehe. Ausdrücklich forderte er alle auf, gegen jede Art der Diskriminierung und Ausgrenzung vorzugehen, da so etwas wie damals, niemals wieder geschehen darf.

Am Ende des Tages zeigten sich die Schülerinnen und Schüler tief beeindruckt von der Lebensgeschichte von Herrn Grube. Vielen wird dieser Tag wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Nochmals einen herzlichen Dank an Herrn Grube, der sich trotz der längeren Anreise an diesem Tag Zeit für uns genommen hat!