Festakt zur Anerkennung des Regental-Gymnasiums Nittenau als UNESCO-Projektschule und Eröffnung der Ausstellung „Pictures for the Human Rights“

Schülerinnen, Schüler und Schulleitung mit Verena Kuich bei der Übergabe der Urkunde in der Aula

Am Abend des 18. Juni 2026 kamen rund 300 Menschen in der festlich geschmückten Aula des Regental-Gymnasiums zusammen, um einen sehr freudigen Anlass gebührend zu feiern: die offizielle Aufnahme des RTG in das weltweite Netzwerk der Projektschulen (ASPnet) durch die UNESCO in Paris, die sich für eine Kultur des Friedens im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung einsetzt.

Wie unser Schulleiter Raphael Huber in der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft, der Eltern, der Schülerinnen und Schüler sowie des Kollegiums ausführte, engagiert sich das RTG bereits seit 2014 im Kreis der UNESCO-Projektschulen und wurde nun nach dem erfolgreichen Durchlaufen des 3-stufigen Aufnahmeverfahrens mit diesem höchsten Siegel ausgezeichnet. Dass es hier aber nicht darum geht, sich eine Plakette an die Wand hängen zu können, sondern dass hinter diesem langjährigen Einsatz eine echte Haltung, ein Bekenntnis zu den Werten der UNESCO – Menschenrechte, interkulturelles Lernen, Demokratie- und Friedenerziehung, Bildung für nachhaltige Entwicklung – steht, betonte Herr Huber ausdrücklich und dankte allen ganz herzlich, die durch ihre aktive Beteiligung oder durch finanzielle bzw. logistische Unterstützung zur Anerkennung beitrugen.

Wie sehr auch Tobias Reiß, MdL und Erster Vizepräsident des Bayerischen Landtags, das Engagement der ganzen Schulgemeinschaft schätzt, davon durfte sich das Auditorium in der äußerst eindringlichen Festrede des Politikers überzeugen, in welcher er dem RTG einen „Job in Bestform“ bescheinigte. Junge Menschen für Demokratie zu begeistern, sei ihm eine Herzensangelegenheit, betonte Tobias Reiß, und das, was die Schülerinnen und Schüler am RTG im Rahmen der UNESCO-Arbeit lernen könnten, sei politisch systemrelevant. Den Zusammenhang zwischen Gleichberechtigung, Freiheit, Mündigkeit und Zivilcourage entfaltete der Vizepräsident den Zuhörenden und stellte dabei die besondere Bedeutung der Menschenrechte heraus, die kein Ideal sondern eben durch die Verankerung im Grundgesetz geltendes Recht seien und eine unbeschreibliche Kraft entfalten könnten. Neben großem Dank an die Schülerinnen und Schüler, deren Einsatz die Anerkennung als UNESCO-Projektschule möglich machte, hatte Herr Reiß auch eine persönliche Herzensbotschaft im Gepäck: „Bleibt mutig und engagiert!“

Bevor Verena Kuich, die Landeskoordinatorin der bayerischen UNESCO-Projektschulen, die Anerkennungsurkunde feierlich an den Schulleiter, die Schülersprecher und an zwei Schülerinnen der UNESCO-AG überreichte, würdigte auch sie den besonderen Einsatz des RTG für die Ziele der UNESCO, der sich an zahlreichen Aktionen und Projekten belegen lasse. „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“, zitierte Kuich aus der Verfassung der UNESCO und verwies damit auch auf die besondere Bedeutung der Schulen in der Friedens- und Demokratiebildung.

Schülerinnen, Schüler und Schulleitung mit Verena Kuich bei der Übergabe der Urkunde in der Aula

Zeit, ein wenig nachzudenken, sowie Inspiration durch die Sprache der Musik, erhielten die Gäste in der berührenden Darbietung des Mittel- und Oberstufenchores, der mit dem Arrangement „Imagine / Give peace a chance“ von Margot Kroner alles bereits Gesagte wunderbar zusammenfasste.

Im Anschluss betraten zwei weitere gern gesehene Gäste, nämlich der Gründer des Rainbow House of Hope (RHU) Micheal Mwase in Begleitung der Mitarbeitenden Christine Turihamwe, zusammen mit unserem Ersten Schülersprecher Tim Kittel sowie Elisabeth Helmberger und Angelina Pangerl von der UNESCO-AG das Podium. In einem interessanten Gespräch erfuhren die Zuhörenden mehr über die Gründung des RHU, die Arbeit und die Motivation, die die Mitarbeitenden im RHU immer wieder antreibt. Die beiden ugandischen Gäste erzählten davon, dass der „Tag des Afrikanischen Kindes“ am RHU beispielhaft aufzeigt, wie durch die über 20-jährige Partnerschaft zwischen dem RHU und dem RTG der Einsatz für Menschenrechte und soziales Engagement in der EINEN Welt gelebt wird: Während man am RHU dafür eintritt, dass jedes Kind einen Zugang zu sauberem Wasser erhält, generieren die Schülerinnen und Schüler des RTG u.a. in einem Spendenlauf ausreichend finanzielle Mittel, um zusammen mit „Viva con Agua“ diese Idee in die Tat umzusetzen. Einmal mehr zeigte sich in der herzlichen Art von Micheal Mwase und dem kräftigen Applaus des Publikums, wie sehr sich die beiden Institutionen verbunden fühlen.

Als Höhepunkt dieses Abends eröffnete die Künstlerin Barbara Willmers-Hillenbrand mit einem sehr persönlichen Einblick in deren Entstehungshintergründe die Ausstellung „Pictures for the Human Rights“. Diese großformatige Bilderschau, die bis zum Schuljahresende im Pausenhof des RTG öffentlich zugänglich ist, zeigt 30 Werke internationaler Kunstschaffender zu den Menschenrechten. Frau Willmers-Hillenbrand, die den gleichnamigen Verein gründete und somit die Ausstellung initiierte, forderte in ihrer Rede die Schülerinnen und Schüler dazu auf, Gefühlen nachzugehen und mutige Entscheidungen zu treffen.

Mit dem hebräischen Lied „Hine mah tov“, welches das friedliche Zusammenleben der Menschen lobt und an diesem Abend das letzte von insgesamt vier Musikstücken bildete, verabschiedete der Chor die Gäste. Noch einige Zeit standen die Besucher des Festaktes, jung und nicht mehr ganz so jung, bekannter und weniger bekannt, im Pausenhof inmitten der Menschenrechtsbilder beisammen. Gemeinsam ließ man den Festakt mit der Bewirtung unserer SAG bei interessanten Gesprächen ausklingen.

Kerstin Singer