Geschichte des Regental-Gymnasiums Nittenau

(nach einem Bericht von Maximilian Raith und Walter Tschippley im Nittenauer Heimatbuch von 1972, S. 161 ff.)

Das Regental-Gymnasium gehört nicht zu den „Traditionsgymnasien“ des 19. Jahrhunderts – dennoch hat es eine bewegte Vergangenheit hinter sich.

Alleine die Tatsache, dass Nittenau über ein Gymnasium verfügt, weist bereits auf eine Besonderheit hin, denn nur wenige Städte der Größe Nittenaus können ihren Jugendlichen das Angebot eines Gymnasiums machen. Bis es allerdings dazu kam, mussten viele Anstrengungen unternommen werden.

Die Initiative ergriffen engagierte Nittenauer Bürger in der schweren Zeit nach dem 2. Weltkrieg, indem sie den „Schulverein Nittenau e.V.“ gründeten. Zweck des Vereins war nach Art.2 seiner Satzung vom 09. August 1949 „Aufbau, Führung und Unterhaltung der privaten Realschule Nittenau. Erst ein Jahr nach Unterrichtsbeginn wurde dem Verein mit der Entschließung vom 23. Juni 1950, unterschrieben vom damaligen Kultusminister Dr. Dr. Hundhammer, die Genehmigung zur Gründung und zum Betrieb einer zunächst vierklassigen höheren Lehranstalt erteilt. Die Marktgemeinde Nittenau – damals noch Landkreis Roding – stellte dem Schulverein ein erst im Jahr 1938 erbautes Jugendheim im Ortsteil Bergham als Schulgebäude zur Verfügung. Obwohl keine Miete zu entrichten war, kämpften Schulverein und Schulleiter in den Folgejahren immer wieder mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Die Schule aber wurde gut angenommen. 1952 und 1956 wurde das Gebäude erweitert und der Schulverein verfolgte ein nächstes Ziel, die Genehmigung der Klassen 5 und 6 (heute 9 und 10). Mit der Genehmigung vom 28. November 1956 war die „Private Realschule Nittenau“ noch immer nicht staatlich anerkannt. Mit großen gemeinsamen Bemühungen des Schulvereins, der Stadt Nittenau und des Landkreises Roding wurde am 25. März 1959 der Oberrealschule Nittenau, wie sie jetzt hieß die „Eigenschaft einer staatlich anerkannten privaten Schule“ verliehen. Damit verbunden waren die Berechtigungen öffentlicher Schulen, Prüfungen abzuhalten und (Abschluss)-Zeugnisse zu erteilen.

Wachsende Schülerzahlen, Raummangel und immer wieder finanzielle Schwierigkeiten ließen die Notwendigkeit der Verstaatlichung immer dringender werden. Sie erfolgte schließlich am 1. Oktober 1959 nach intensivsten Bemühungen der Stadt Nittenau und dem Landkreis Roding. Noch immer aber durften die Nittenauer Schüler die Reifeprüfung nicht an ihrer eigenen Schule ablegen. So war man erleichtert, als das Bayerische Kultusministerium am 26. Juli 1961 endlich die Genehmigung zum Ausbau der Oberrealschule Nittenau zur „Vollanstalt“ erteilte. Am 14. März 1966 erhielt die Schule den Namen „Regental-Gymnasium“.

Auch die Bevölkerung hatte Vertrauen in „ihre“ Schule gefasst, die Schülerzahlen stiegen, die Schule etablierte sich.

Zur Erleichterung vieler übernahm der Landkreis Rodung ab 1. Januar 1969 die Trägerschaft für den „Sachaufwand“, angesichts der steigenden Schülerzahlen diskutierte man gleichzeitig eine erneute Erweiterung oder einen kompletten Neubau. Man entschied sich für einen Neubau, wenngleich die Umsetzung wiederum nicht reibungslos vonstattengehen konnte. Die Gründung eines Schulzentrums, vor allem aber die geplante Gebietsreform, verzögerten den Beginn des Neubaus, für den man sich entschieden hatte. Im Herbst 1974 erfolgte der Umzug in einen nur zum Teil fertiggestellten Neubau. Die Einweihung erfolgte erst am 29. (!) Februar 1980; an diesem Tag gedachte man auch des 30-jährigen Bestehens der Schule.

Im Herbst 1989 konnte das RTG ein dreifaches Jubiläum feiern: Die Schule feierte ihren 40. Geburtstag, sie war seit 30 Jahren eine staatliche Schule und die Schule entließ seit 25 Jahren junge Menschen mit der allgemeinen Hochschulreife hinaus ins Leben.

Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien der Oberpfalz, OStD Dr. Helmut Hroß, bezeichnete das RTG im November 1988, anlässlich der Inthronisation des neuen Schulleiters, Herrn OStD Dr. Klose, als „Kleinod in der pädagogischen Landschaft der Oberpfalz“. Zugleich zeigte sich die Schule stets offen für Neues, „zum Wohle der Bevölkerung und (im Sinne) der Aufwärtsentwicklung unseres Raumes“.

So ist auch die Einführung des „jüngsten Kindes“, des Wirtschaftswissenschaftlichen Zweiges, zu sehen: zum Wohle unserer Jugendlichen und zur Weiterentwicklung unserer Region.