Schatzsuche am RTG – Chemische Experimente begeistern Grundschüler

Wissbegierige Grundschüler in weißen Laborkitteln, fasziniert funkelnde Augen hinter großen Schutzbrillen, Spannung und Konzentration im Chemiesaal – wie gebannt verfolgten die jungen Besucher des Regental-Gymnasiums die farbenfrohen und explosiven Experimente, die sie am Dienstag, den 4. Juli 2017, mit einigen Q11-Schülern und Frau Sikorski durchführen durften.

Kein Wunder – das Rahmenthema war eine abenteuerliche Schatzsuche und diese erforderte natürlich höchste Konzentration.

Zum zweiten Mal waren Grundschüler nun schon der Einladung zum Experimentiervormittag gefolgt. Konnte im vergangenen Jahr zunächst eine Gruppe gewonnen werden, waren es dieses Jahr schon zwei: 16 Kinder aus Bruck und 20 aus Bodenwöhr. Der Wahlkurs PCB (Biologisch-Chemisches Praktikum) unter der Leitung von StRin Nina Sikorski war bestens vorbereitet. Philipp Erhardt, Theresa Eisenhut, Lucy Becker, Jonathan Ring, Julian Rassl, Florian Heigl, Maria Weber und Moritz Klein (Q11) hatten bereits vor einiger Zeit zusammen mit einem Projekt-Seminar ein liebevoll illustriertes Heftchen gestaltet. Eingebettet in eine Piratenschatzsuche waren die durchzuführenden Experimente hier genau beschrieben und neugewonnene Erkenntnisse konnten eingetragen werden. Als die Grundschüler ankamen, schlüpften die Oberstufenschüler nicht nur in ihre weißen Laborkittel, sondern vor allem in die Rolle des Chemielehrers und nahmen ihre „Gastschüler“ in Empfang.

Diese wiederum mussten nun den Piraten zu ihrem heißbegehrten Schatz verhelfen. Sechs Stationen – oder besser: Herausforderungen – galt es nun zu bewältigen. „Schiffbruch“ hieß die erste davon. In der Geschichte strandet ein Piratenschiff auf einer einsamen Insel. Die Schüler sollten nun eine Flamme einfärben, um ein farbiges Notsignal abzugeben. Nach dieser aufregenden Aufgabe wollen die durstigen Piraten aus einem Bach trinken. Aber einfach aus einem unbekannten Gewässer zu trinken kann gefährlich sein. Also sollten die Schüler beim zweiten Versuch feststellen, ob das Wasser basisch, neutral oder sauer war. Später in der Geschichte entdecken die Piraten eine Höhle. Doch Steine versperren den Weg und sie wollen ihn freisprengen. Das dürfte wohl der spannendste Versuch gewesen sein – die Grundschüler brauchten sogar eine Schutzbrille, um die kurze aber heftige Explosion im Glasbehälter zu beobachten. Dann müssen die Piraten ein Moor überqueren. Einer von ihnen schafft es, indem er mit Anlauf über das Moor läuft. Bei dieser Station kamen die Grundschüler mit „nicht-newtonschen“ Flüssigkeiten in Kontakt. Diese verhalten sich anders als „typische“ Flüssigkeiten. Das Moor, das mit Wasser und Maisstärke „nachgebaut“ wurde, wird fest, wenn man darauf schlägt. Nachts versammeln sich die Piraten um ein Lagerfeuer. Dieses löscht der Geist, der den Schatz der Insel bewacht, mit einem lauten Brüllen aus. Doch wie funktioniert das? Auch dieses Rätsel lösten die Grundschüler. Schließlich wollen die Piraten aus der Geschichte ihre Schatzkarte entziffern. Doch sie muss erst sichtbar gemacht werden. Die Grundschüler übten dies bei einer Filzstiftchromatographie, bei der die Farben eines Filzstiftes in ihre Bestandteile zerlegt werden und hübsche Farbverläufe erscheinen. Nach eineinhalb Stunden hatten die Grundschüler alle Aufgaben souverän bewältigt, den Piraten zu ihrem Schatz verholfen und dabei den eigenen Erfahrungs-„Schatz“ erweitert – und das hat auch noch jede Menge Spaß gemacht.

Auch die Q11-Schüler zeigten sich erfreut. Besonders interessant fanden sie, wie schnell die Grundschüler die Experimente verstanden, Erkenntnisse kombinierten und Rätsel lösten. Die betreuende Lehrkraft StRin Nina Sikorski zeigte sich „stolz auf die Elftklässler, die ihre Lehrerrolle so überzeugend wahrgenommen haben und so gut auf die Grundschüler eingegangen sind.“ Alles in allem gewährte dieser abwechslungsreiche Vormittag also allen Beteiligten wertvolle Einblicke – in die Grundschule und das Gymnasium, den Beruf des Lehrers und natürlich in die explosive und bunte Welt der Chemie.

 

Carola Gangkofner

Bilder:


Wenn sich die Piraten in der Geschichte den Weg zur Höhle bahnen, wird es auch im Chemieraum laut und feurig.


Gymnasiasten und Grundschüler zeigten sich gleichermaßen begeistert vom Projekttag.


Schulleiterin Petra Weindl ließ sich von den Grundschülern die Aufgaben bei der Schatzsuche erklären.


Nach dem Zugeben verschiedener Flüssigkeiten mit der Pipette färbt sich das Wasser. Nur so wissen die Piraten, ob es sicher ist, davon zu trinken.


Die Filzstiftchromatographie hat die Grundschüler schon beim RTG-Schnuppertag begeistert. Kein Wunder – die Farbverläufe sind wunderschön.