Resturlaub im Ladyhort - Theater am RTG

An zwei Abenden begeisterte die Theatergruppe des Regental-Gymnasiums ihre Zuschauer durch einen furiosen Angriff auf deren Lachmuskeln -  trotz Beginn der WM war an beiden Abenden alle Stühle in der Aula besetzt.

Die Komödie „Resturlaub im Ladyhort“ von Bernd Spekling  gefiel nicht nur dem Publikum, was durch tosenden Applaus zum Ausdruck gebracht wurde, sondern auch den Schauspielern, was man ihrem fulminanten Spiel deutlich anmerken konnte.

Mit sichtlichem Vergnügen führt der Vermieter Herr Schaller (Maximilian Böhm) seinen neuen Mieter Wotan (Lenny Gräber) in die Frauen-WG ein und preist die seniorengerechte Wohngemeinschaft an. Wotan wollte anfangs nicht bleiben, wurde er doch von seinem Sohn Maurice (Valentin Mißlbeck), der die Betreuungsvollmacht hat, gegen seinen Willen eingemietet, da er von seiner Frau verlassen wurde und sich nicht nur von Dosenbier und Fischstäbchen ernähren sollte. Nach anfänglichem Widerstand erliegt der Senior schnell dem Charme der sehr individuellen Mitbewohnerinnen Ella, Elke  und Emily, die nicht nur den Wohnraum sondern auch Wotan teilen. Hinreißend verkörperte Florian Siegmar den absurd komischen Kampf Elkes gegen die Nebenwirkungen der von ihr zu testenden Pharmaprodukte, Christoph Kulzer die intellektuell-nüchterne Umweltaktivistin Ella und Bob Bolfrey die charmante, adrette Emily. Wotans Ehefrau Silvia (Sofie Sirek) will, als Schornsteinfegerin verkleidet, nach dem Rechten sehen und merkt, was sie an ihrem Mann hat, da sie ihn scheinbar verloren hat. Es solle ihm zwar gut gehen jedoch nicht besser als ihr. Angesichts der geballten Weiblichkeit, von der ihr Mann ganz angetan ist, holt sie sich ihn mit temperamentvollen Gefühlsausbrüchen zurück.

Die Handlung entwickelt sich rasant, die drei Seniorinnen – bravourös gespielt von drei jungen Männern – streiten um Wotan, während ihr Mitbewohner erkennt, dass Yin und Yang immer im Einklang sein sollten. 

Die Komödie ist amüsant aufgrund der zahlreichen Missverständnisse, Andeutungen und Zweideutigkeiten während des Handlungsverlaufs, die die jungen Schauspieler versiert darstellten. Das Publikum sah eine flink agierende Truppe, die sich die Bälle gekonnt und gut gelaunt zuspielte, kaum zu glauben, dass es sich um ein Schülertheater handelt. Kostüme, Mimik und Gestik spiegelten den Charakter der dargestellten Charaktere wider und es gelang den Spielern, ihre Rolle perfekt zu verkörpern.

Die Schulleiterin stellte nach dem letzten Vorhang die Schauspieler vor und das Publikum erfuhr, dass es für viele von ihnen das Bühnendebüt war. Die junge Spielerin und die Spieler – ja, es war nur ein Mädchen dabei – profitierten von Florian Siegmars Erfahrung und Können. Leider verlässt er die Gruppe, da er sein Abitur abgelegt hat und die Schule verlassen wird.

Frau Karl und Frau Koller