Die Klasse 8bp besucht die Gemeinschaftsunterkunft Nittenau

Offene Tür und offener Geist – Voraussetzungen für gute Begegnungen!

Die Klasse 8bp besucht die Gemeinschaftsunterkunft Nittenau.

von Kerstin Singer

Eine offene Tür bot uns Herr Mirsojan, einer der beiden Leiter der im Dezember 2016 eröffneten Gemeinschaftsunterkunft in Nittenau, und so nutzen wir die Gelegenheit für einen Besuch in der Thanner Straße.

Im Anschluss an das Theaterstück „Jeder soll individuell sein – aber wehe einer ist anders“, das am 12.06.18 an der Schule aufgeführt worden war und uns auf die Problemkreise Rassismus und Ausgrenzung eingestimmt hatte, machten wir uns auf den Weg.

Herr Mirsojan begrüßte uns bereits an der Eingangstür und startete mit uns einen kleinen Rundgang durch die Einrichtung. So durften wir z.B. einen Blick in Gemeinschaftsräume und in eine derzeit nicht belegte Wohneinheit werfen und erhielten dabei auch einige Informationen zur Situation in der Unterkunft.

Offen war für uns auch die Tür des Unterrichtsraumes von Herrn Goldhahn, der in der Gemeinschaftsunterkunft einen Teil der jüngeren Bewohner beim Spracherwerb unterstützt. So hatten wir die Möglichkeit, einige Schüler aber auch andere Bewohner der Unterkunft zu treffen und ihnen ein paar Fragen zu stellen, die wir uns schon einige Zeit vorher im Unterricht überlegt hatten. Unter anderem interessierte die Schüler des Regental-Gymnasiums, was die Menschen dazu bewogen hatte, ihr Land zu verlassen. Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben in Freiheit und Demokratie ohne Krieg oder Verfolgung bzw. Verurteilung aufgrund religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit dominierte in diesem Teil des Gesprächs. Wir erfuhren, dass die Bewohner der GU Nittenau mit ihrer Situation im Allgemeinen sehr zufrieden sind. Schwierigkeiten bereite ihnen jedoch zum Teil die deutsche Sprache und so auch der Umgang mit Behörden und Ämtern. Für ihre Zukunft wünschen sich die jungen Leute vor allem die Chance auf eine Berufsausbildung und auch einer der älteren Bewohner, der aktuell kein anerkannter Flüchtling ist, hofft auf eine Arbeitserlaubnis. Ehrenamtlich hilft er derzeit bereits bei den „Tafeln“ in Schwandorf. „Was muss in Deutschland besser werden, damit es nicht zu Rassismus kommt?“, so lautete eine unserer vorbereiteten Fragen, die von einem jungen Mann kurzerhand an uns selbst gerichtet wurde. „Mehr Begegnungen!“, erwiderte eine Schülerin spontan. Und sie hat ganz Recht. Echte Begegnungen, also eine offene Tür und ein offener Geist auf beiden Seiten, können viel bewirken.